Wer technische Datenblätter von Schnittschutzhandschuhen vergleicht, stößt häufig auf Angaben wie 30 Newton, Klasse F oder EN ISO 13997. Gerade die höchste Leistungsklasse sorgt immer wieder für Fragen. Warum endet die Skala bei F? Und weshalb können zwei Materialien trotz unterschiedlicher Newton-Werte dieselbe Einstufung erhalten?
Der Grund liegt im Aufbau der Norm.
Was wird nach EN ISO 13997 geprüft?
Die EN ISO 13997 beschreibt ein Prüfverfahren zur Bestimmung der Schnittfestigkeit eines Materials. Dabei wird gemessen, welche Kraft erforderlich ist, um das Prüfmaterial mit einer geraden Klinge zu durchtrennen. Das Ergebnis wird in Newton (N) angegeben.
Aus diesem Messwert ergibt sich anschließend die Zuordnung zu einer der sechs Leistungsklassen.
| Klasse | Mindestwert |
|---|---|
| A | 2 N |
| B | 5 N |
| C | 10 N |
| D | 15 N |
| E | 22 N |
| F | 30 N |
Die Einteilung schafft eine einheitliche Grundlage, um Prüfergebnisse verschiedener Materialien miteinander vergleichen zu können.
Warum endet die Klassifizierung bei F?
Genau hier entsteht häufig ein Missverständnis. Viele gehen davon aus, dass ein Material mit 40 oder 45 Newton automatisch einer höheren Leistungsklasse zugeordnet werden müsste.
Das ist jedoch nicht der Fall.
Die EN ISO 13997 definiert 30 Newton als Grenze für die höchste Leistungsklasse. Wird dieser Wert erreicht oder überschritten, lautet die Einstufung immer F. Eine weitere Klasse oberhalb von F sieht die Norm nicht vor.
Warum lohnt sich trotzdem ein Blick auf den Newton-Wert?
Die Leistungsklasse zeigt, welchen Bereich der Norm ein Material erreicht. Der tatsächlich gemessene Newton-Wert liefert zusätzliche Informationen.
Ein Beispiel:
- Material A erreicht 31 Newton.
- Material B erreicht 42 Newton.
Beide erfüllen die Anforderungen der Klasse F. Der Newton-Wert macht jedoch deutlich, dass die gemessene Schnittfestigkeit unterschiedlich ausfällt. Deshalb veröffentlichen viele Hersteller neben der Leistungsklasse auch den erreichten Messwert.
Wo spielt die EN ISO 13997 eine Rolle?
Die Prüfmethode kommt überall dort zum Einsatz, wo Materialien einer hohen Schnittbelastung ausgesetzt sind. Dazu zählen beispielsweise die Metallbearbeitung, die Glasindustrie, die Lebensmittelverarbeitung oder Recyclingbetriebe. In diesen Bereichen liefert die EN ISO 13997 eine verlässliche Grundlage, um die Schnittfestigkeit unterschiedlicher Materialien objektiv zu bewerten.
Ein Blick auf zwei Modelle aus dem niroflex Sortiment zeigt, wie unterschiedlich die gemessenen Newton-Werte innerhalb derselben Leistungsklasse ausfallen können: Der BlueCut advance cc erreicht einen Schnittschutzwert von 35,4 N nach EN ISO 13997. Der WhiteCut x-treme erzielt sogar 75,4 N nach EN ISO 13997. Trotz der unterschiedlichen Prüfergebnisse werden beide Modelle der höchsten Leistungsklasse F zugeordnet. Das zeigt, dass innerhalb dieser Klasse deutliche Unterschiede bei den gemessenen Newton-Werten möglich sind.

Fazit
Die EN ISO 13997 ordnet Materialien anhand ihrer gemessenen Schnittfestigkeit den Leistungsklassen A bis F zu. Mit 30 Newton beginnt die höchste Leistungsstufe der Norm. Höhere Messwerte führen nicht zu einer weiteren Klassifizierung, geben jedoch zusätzliche Hinweise auf das tatsächlich erreichte Prüfergebnis.
Wer technische Datenblätter richtig einordnen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Leistungsklasse achten, sondern auch den ausgewiesenen Newton-Wert berücksichtigen.

